Löwenzahn

Löwenzahn 

November 2018. 

Eine Wiese. Mehrere Bäume. Kälte. 
Und hinter den verwelkten Farnen, 
fast schon versteckt: Löwenzahn. 
Die gelben Blüten leisteten nach wie vor Widerstand 
gegen die von den mächtigen Eichen fallenden braunen, alten Blätter. 
Einige waren goldgelb, fast wie der Löwenzahn. 
Der Facility-Manager fegte, 
gestresst und mit Schweiß auf der Stirn die Blätter zusammen. 
Neuer Wind, neuer Blätter. 
Er fegte weiter, aber er war dem Sturm nicht gewachsen. 
Er brach zusammen. 
Stand wieder auf und fiel erneut hin. 
Er hatte Frau und Kind. 
Den Löwenzahn übersah er.
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Ineffizienzen im deutschen Bildungssystem

Bei der Beurteilung der Qualität eines Bildungssystems sollte vor allem die extrinsische und die intrinsische Motivation im Fokus stehen. Extrinsische Motivation entsteht, wenn Menschen Handlungen durchführen, um eine Gegenleistung dafür zu bekommen. Die intrinsische Motivation entsteht bei Handlungen, für welche sich selbst begeistert werden kann. Eine Vergabe von Noten führt dazu, dass die eigentliche intrinsische Motivation durch eine extrinsische ersetzt wird. Schüler und Studenten lernen daher nicht aus Interesse an den Inhalten, sondern in erster Linie für die Note. Zudem führt die Notenvergabe dazu, dass sich kaum kritisch mit den Inhalten auseinandergesetzt wird. Wettbewerb in geringem Maße kann sicherlich zur Motivation beitragen. Ich vertrete allerdings die Meinung, dass Noten kein geeignetes Instrument hierfür darstellen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einführung von Medienpädagogik als Schulfach. Den Schülern soll in diesem Fach ein verantwortungsbewusster Umgang mit den digitalen Medien vermittelt werden. Auch Programmierkenntnisse sind in der heutigen Zeit unabdingbar. Ich hoffe darauf, dass die FDP ihren Vorschlag zum Aufbau eines Ministeriums für Digitalisierung in den Koalitionsverhandlungen durchsetzen kann.

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Kritik an der soziologischen Analyse des kapitalistischen Systems nach Marx

Ich möchte betonen, dass ich den von Marx getroffenen Konsequenzen seiner soziologischen Analyse des Kapitalismus nicht zustimme. Er selbst impliziert durch sein Werk die Diktatur des Proletariats, was meiner Meinung nach dem Streben nach humanistischen Werten innerhalb eines Gesellschaftssystems widerspricht. Der Kommunismus hat unzähliges Leid hervorgebracht im Zuge dessen Millionen von Menschen getötet wurden. Zudem wurde das Innovationspotential von Wettbewerb untergraben. Eine Ideologie, welche sich selbst als ultimative Wahrheit betrachtet, ist an Hochmut und Größenwahn nicht zu übertreffen. Lieber sollte sich an André Gide orientiert werden, der die Überzeugung vertreten hat: Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.

Die von Marx analysierte Ausbeutung der Arbeit (Exploitation der Arbeitskraft) ist allerdings ein immer noch real-existierendes Problem. Marx richtete seine Kritik direkt gegen die Unternehmer bzw. Kapitalisten. Dabei versäumte er es zwischen einem Kapitalzins und einem Geldzins zu differenzieren. Einfaches Beispiel: Ein Unternehmer hat eine innovative Lösung. Für den Kauf von Maschinen nimmt er bei der örtlichen Geschäftsbank einen Kredit in der Höhe von 10.000 Euro zu einem Zinssatz von 1 Prozent mit einer Laufzeit von einem Jahr auf. Nach einem Jahr muss er also 100 Euro an Zinszahlungen leisten, welche er sich durch die Exploitation der Arbeitskraft wieder hereinholt. Dabei spielt es keine Rolle, welche grundsätzlich ethischen Prinzipien die*der Unternehmer*in vertritt. Die Ausbeutung muss in einem System mit positiven Zinssatz erfolgen. Die Kritik von Marx hätte sich daher an den Kreditzins richten müssen mit zahlreichen anderen Forderungen.

Suhr, Dieter: Der Kapitalismus als monetäres Syndrom . Aufklärung eines Widerspruchs in der Marxschen politischen Ökonomie, Campus Verlag , Frankfurt, New York, 1988.

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Warum wir das Bedingungslose Grundeinkommen dringend benötigen

“Was würden Sie mit 1000 Euro jeden Tag ohne Gegenleistung machen?” Diese Frage ist der perfekte Einstieg in ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt.

Das Bedingungslose Grundeinkommen versteht sich als Staatstransfer ohne jegliche Bedingung. Meiner Überzeugung nach besteht auf der einen Seite eine ethische Perspektive, nach welcher das BGE schnellstmöglich eingeführt werden muss, um ein weiteres Auseinaderdriften der Gesellschaft zu verhindern. Die Bürger unseres Landes und überall auf der Welt haben große Angst davor, dass Ihre Arbeitskraft durch Maschinen substituiert wird. Diese Sorge ist absolut berechtigt, da allein durch das autonome Fahren nahezu alle Taxi- und Busfahrer ihre Arbeitsstelle mittelfristig verlieren werden. Natürlich entstehen dadurch wiederum neue Jobs in den digitalen Bereichen. Nach meiner Überzeugung allerdings insgesamt weitaus weniger Jobs mit einer deutlich höherer benötigten Qualifikation der Arbeitnehmer.

Insgesamt muss auch über eine neue Definition von Arbeit nachgedacht werden. Hier liefert Götz Werner sehr gute Vorschläge. Während wir Arbeit derzeitig in erster Linie als eine bezahlte Tätigkeit ansehen, müssen auch andere gesellschaftlich relevante Leistungen (z.B. Kindererziehung, Pflege eines Familienangehörigen usw.) als lobenswerte Arbeit angesehen werden.

Auf der anderen Seite gibt es eine ökonomische Betrachtungsweise, weshalb sich unter anderem auch Personen wie Mark Zuckerberg, Götz Werner und Joe Kaiser für ein BGE aussprechen. Um auf der Nachfrageseite die entsprechende Konsumkraft aufrechtzuerhalten, bedarf es eines Grundeinkommens für alle. Ebenfalls dürften in einer Gesellschaft mit BGE die Bürger eher dazu geneigt sein Arbeit auszuführen, welche ihnen Spaß und Freude bringt. Gerade dadurch wird das Innovationspotential der Gesellschaft unglaublich erhöht, da die intrinische Motivation (Motivation aus eigenem Ansporn) empirisch bewiesen die Menschen zu Höchstleistungen treibt. Die Preise für Arbeit, welche von den Menschen eher ungern gemacht wird, steigt an. Ich äußere die Vermutung, dass sich alle Reinigungskräfte darüber freuen dürften.

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